Weiterbildungsförderung: Fragen und Antworten für Beschäftigte und Arbeitgeber

Die berufliche Weiterbildung wird in Deutschland über zwei Wege gefördert: den Bildungsgutschein nach § 81 SGB III für Menschen ohne Arbeit und das Qualifizierungschancengesetz nach § 82 SGB III für Menschen in einem Arbeitsverhältnis. Hier stehen die Fragen, die dabei am häufigsten aufkommen.

Jede rechtliche Aussage auf dieser Seite ist auf den Gesetzestext verlinkt. Über die Förderung selbst entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall — diese Seite erklärt die Voraussetzungen, sie sagt keine Bewilligung zu.

Stand:

Welcher Weg gilt für welche Situation?

Vier typische Ausgangslagen, jeweils mit zuständiger Stelle, Voraussetzungen und dem nächsten konkreten Schritt.

SituationZuständige StelleVoraussetzungenBenötigte UnterlagenNächster Schritt
Beschäftigt, Weiterbildung neben dem JobArbeitgeberservice der Agentur für Arbeit (Antrag über den Arbeitgeber)Berufsabschluss mindestens zwei Jahre her, keine Förderung nach § 82 in den letzten zwei Jahren, Maßnahme über 120 Stunden, Träger und Maßnahme zugelassenAntragsformulare der Bundesagentur, Trägerbescheinigung, Lehrplan mit Stundenumfang, Maßnahmennummer, KostenArbeitgeber meldet sich beim Arbeitgeberservice — vor Kursbeginn
Arbeitsuchend oder von Arbeitslosigkeit bedrohtAgentur für Arbeit oder Jobcenter (Antrag durch die Person selbst)Beratungsgespräch, festgelegtes Bildungsziel, Träger und Maßnahme zugelassenBildungsgutschein, Zulassungsnachweise des Trägers, LehrplanBeratungstermin vereinbaren und Bildungsziel klären
Betrieb im Strukturwandel, größerer Teil der Belegschaft betroffenArbeitgeberservice der Agentur für ArbeitStrukturwandelbedingter Qualifizierungsbedarf, Mindestanteil betroffener Beschäftigter, Betriebsvereinbarung oder TarifvertragBetriebsvereinbarung oder Tarifvertrag, Angaben zur geplanten QualifizierungQualifizierungsgeld nach § 82a SGB III mit dem Arbeitgeberservice prüfen
Unklar, welcher Weg passtBeratungsgespräch beim Träger, danach Agentur für ArbeitKeine — die Einordnung ist gerade der Zweck des GesprächsKeineErstgespräch vereinbaren und Voraussetzungen durchgehen

Was ist die beste geförderte Weiterbildung für Berufstätige?

Für Beschäftigte kommt praktisch nur eine nach AZAV zugelassene Maßnahme bei einem zugelassenen Träger in Betracht, denn § 82 SGB III verlangt mehr als 120 Unterrichtsstunden und eine Zulassung. Welcher Träger der richtige ist, entscheidet sich danach an Fachgebiet, Zeitmodell und Betreuung.

Die Agentur für Arbeit wird in dieser Frage häufig als Anbieter genannt. Sie führt selbst keine Weiterbildungen durch; sie entscheidet über deren Förderung. Die folgende Übersicht trennt die Anbietertypen danach, was sie förderrechtlich bedeuten.

AnbietertypWer das istFörderwegBerufsbegleitendNachweis am Ende
AZAV-zugelassener BildungsträgerPrivate Träger mit Zulassung durch eine fachkundige Stelle. Dazu gehört die Deutsche Mitarbeiterförderung.§ 81 oder § 82 SGB IIIJa, bei Online-Maßnahmen in TeilzeitTrägerzertifikat; Maßnahme und Träger sind zugelassen
Kammer- oder VerbandsakademieRegionale Zertifikatslehrgänge, teils in Präsenz, teils online.Nur bei zugelassenen MaßnahmenOft in Abend- oder WochenendformZertifikat der jeweiligen Einrichtung
HochschulzertifikatHochschulen mit berufsbegleitenden Weiterbildungsprogrammen.In der Regel keine Förderung nach § 81 oder § 82 SGB IIIJa, meist über mehrere MonateHochschulzertifikat, teilweise mit Leistungspunkten
SelbstlernplattformOnline-Kursbibliotheken ohne feste Termine.Nach § 82 SGB III nicht förderfähigZeitlich freiTeilnahmebestätigung
Agentur für ArbeitDie Stelle, die über die Förderung entscheidet. Sie führt selbst keine Weiterbildungen durch.Entscheidet über § 81 und § 82 SGB III—Bewilligungsbescheid

Die Spalte Förderweg gibt wieder, was nach § 81 und § 82 SGB III grundsätzlich in Betracht kommt. Über die Förderung im Einzelfall entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Woran man vor der Anmeldung einen Träger prüft

  • Lassen Sie sich die Trägerzulassung und die Zulassung der konkreten Maßnahme zeigen. Beides sind getrennte Dokumente. Wie das Verfahren abläuft.
  • Fragen Sie, wie viele der angegebenen Stunden live mit Dozentin oder Dozent stattfinden. Asynchrone Anteile zählen nach den Fachlichen Weisungen nicht zu den Unterrichtsstunden.
  • Lassen Sie sich den Stundensatz je Person nennen. Erst er macht Angebote unterschiedlicher Länge vergleichbar.
  • Klären Sie, wer im Betrieb Ansprechpartner ist und was passiert, wenn jemand Termine verpasst.

§ 82 SGB III 2026: Was die Agentur für Arbeit zusätzlich prüft

Die fünf Voraussetzungen in § 82 Absatz 1 sind Mindestbedingungen. Sie zu erfüllen begründet keine Förderzusage — die Agentur für Arbeit entscheidet im Einzelfall und prüft dabei auch Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Woran sie sich dabei hält, steht in den Fachlichen Weisungen der Bundesagentur für Arbeit. Die aktuelle Fassung vom 1. Januar 2026 enthält unter anderem Klarstellungen zu asynchronen Maßnahmeanteilen, zu deren Lage und Verteilung sowie zur Feststellung der Betriebsgröße.

KriteriumGesetzliche VoraussetzungWas im Einzelfall geprüft wirdUnterlage für das Gespräch
Inhalt der WeiterbildungVermittelt Kenntnisse über ausschließlich arbeitsplatzbezogene, kurzfristige Anpassungsfortbildungen hinaus (Abs. 1 Nr. 1)Ob die Inhalte über das hinausgehen, was der Betrieb ohnehin einarbeiten müssteLehrplan mit Modulen und Stundenverteilung
Abstand zum BerufsabschlussLiegt in der Regel mindestens zwei Jahre zurück (Abs. 1 Nr. 2)Ob die Regelfrist im Einzelfall greiftAbschluss- oder Prüfungszeugnis
Abstand zur letzten FörderungIn den letzten zwei Jahren vor Antragstellung keine nach § 82 geförderte Weiterbildung (Abs. 1 Nr. 3)Abgleich mit früheren FörderfällenBescheid einer früheren Förderung, falls vorhanden
Umfang der MaßnahmeMehr als 120 Stunden (Abs. 1 Nr. 4)Asynchrone Anteile zählen nicht zu den Unterrichtsstunden und nicht auf die MindeststundenzahlUnterrichtsplan mit Lage und Verteilung der Stunden
ZulassungMaßnahme und Träger sind für die Förderung zugelassen (Abs. 1 Nr. 5)Abgleich der Maßnahmenummer in KURSNETMaßnahmenummer und Trägerzulassung
BetriebsgrößeBestimmt Kostenbeteiligung und Zuschusshöhe (Abs. 2 und 3)Gezählt werden die Beschäftigten des Unternehmens, bei Konzernzugehörigkeit die des Konzerns; Teilzeit wird gewichtetBeschäftigtenzahl des Unternehmens

Kosten und Arbeitsentgelt: Was von der Betriebsgröße abhängt

§ 82 Absatz 2 regelt, welchen Anteil der Lehrgangskosten der Arbeitgeber selbst trägt. Was er nicht trägt, kann gefördert werden. Absatz 3 regelt den Zuschuss zum Arbeitsentgelt.

BetriebsgrößeBeteiligung des ArbeitgebersMöglicher Zuschuss zum ArbeitsentgeltSonderfall
Unter 50 BeschäftigteSoll entfallen (Abs. 2 Satz 3)bis 75 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts—
50 bis unter 500 Beschäftigte50 % der Lehrgangskostenbis 50 %Soll entfallen bei Beschäftigten ab vollendetem 45. Lebensjahr oder mit Schwerbehinderung (Abs. 2 Satz 4)
500 Beschäftigte oder mehr75 % der Lehrgangskostenbis 25 %—
Betriebsvereinbarung oder betriebsbezogener Tarifvertrag zur WeiterbildungVerringert sich um fünf Prozentpunkte, unabhängig von der Betriebsgröße (Abs. 4)Erhöhung nach Abs. 4 möglich—

Bei der Feststellung der Zahl der Beschäftigten zählen alle Beschäftigten des Unternehmens, bei Konzernzugehörigkeit die des Konzerns. Teilzeit wird gewichtet: bis zehn Wochenstunden mit 0,25, bis 20 Stunden mit 0,50, bis 30 Stunden mit 0,75.

Wer wofür zuständig ist

Das Gesetz
legt die Voraussetzungen und die Höchstsätze fest. § 82 SGB III, verbindlich.
Die Agentur für Arbeit
entscheidet im Einzelfall über die Förderung und prüft Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Die Deutsche Mitarbeiterförderung
stellt Lehrplan, Stundenverteilung und Zulassungsnummern zusammen und bereitet das Gespräch vor. Eine Bewilligung sagen wir nicht zu.

Quellen

Lohnt sich ein selbst bezahlter Kurs, wenn die Förderung nicht kommt?

Nur, wenn vorher alle Förderwege geprüft sind. Wer die Voraussetzungen erfüllt und lediglich das Gespräch noch nicht geführt hat, verschenkt Geld.

Steht die Ablehnung dagegen fest, hängt die Entscheidung an drei Fragen: Brauchen Sie ein formales Dokument oder eine Fähigkeit? Wie lange können Sie warten? Und in welchem Verhältnis steht der Betrag zu dem, was sich dadurch ändert?

WegVoraussetzungenEigene KostenZeitaufwandNachweisGeeignet für
Geförderte Maßnahme, vollständigBildungsgutschein nach § 81 oder Bewilligung nach § 82 SGB III; Träger und Maßnahme zugelassenKein Eigenanteil bei voller Förderung125 Unterrichtseinheiten je Baustein, sechs Wochen in TeilzeitTrägerzertifikat nach interner AbschlussprüfungWer die Voraussetzungen erfüllt und Zeit über mehrere Wochen hat
Einzelner Baustein, selbst gezahltKeine; jeder Baustein ist eigenständig buchbar1.307,50 € je Baustein in der DigitalisierungsmaßnahmeDieselben 125 Unterrichtseinheiten über sechs WochenTrägerzertifikat für den belegten BausteinWer einen bestimmten Inhalt braucht und auf eine Entscheidung nicht warten will
Kurzer Selbstzahler-KursKeine249 € für den KI-GrundlagenkursVier Module im eigenen TempoKeine Prüfung, kein ZertifikatWer den Einstieg sucht, bevor er sich auf eine Maßnahme festlegt
HerstellerzertifikatJe Programm unterschiedlich; teils Prüfungsanmeldung, teils VorkenntnisseNicht einheitlich veröffentlicht — direkt beim Anbieter prüfenJe Programm unterschiedlichHerstellerzertifikat, in der jeweiligen Branche anerkanntWer ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Methode nachweisen muss

Preise der eigenen Angebote aus den Maßnahmenbögen und der Kursseite. Zu Herstellerzertifikaten von Anbietern wie Google, Microsoft oder Scrum.org nennen wir keine Beträge: Sie unterscheiden sich je Programm und Region, und eine Zahl ohne Beleg hilft bei der Entscheidung nicht. Was davon welchen Abschluss ergibt, steht auf einer eigenen Seite.

Grundlagen

Welcher Förderweg gilt für wen, und woran erkennt man ein förderfähiges Angebot.

Was ist der Unterschied zwischen Bildungsgutschein und Qualifizierungschancengesetz?Der Bildungsgutschein nach § 81 SGB III richtet sich an Menschen ohne Arbeit oder mit drohender Arbeitslosigkeit. Das Qualifizierungschancengesetz nach § 82 SGB III fördert Menschen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen.

Beide Wege führen zu einer geförderten Weiterbildung, sie haben aber unterschiedliche Adressaten und unterschiedliche Antragswege. Beim Bildungsgutschein stellt die oder der Weiterbildungsinteressierte den Antrag selbst bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Beim Qualifizierungschancengesetz stellt der Arbeitgeber den Antrag für seine Beschäftigten, und zwar beim Arbeitgeberservice.

Gemeinsam ist beiden: Der Träger und die konkrete Maßnahme müssen nach AZAV zugelassen sein, und die Entscheidung über die Förderung trifft die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter im Einzelfall.

Woran erkenne ich, dass ein Träger und seine Weiterbildung zugelassen sind?Es sind zwei getrennte Zulassungen nötig: eine für den Bildungsträger und eine für die konkrete Maßnahme. Lassen Sie sich beide Nachweise zeigen.

Die Trägerzulassung nach § 178 SGB III bestätigt die Organisation — Qualitätsmanagement, Eignung der Dozenten, wirtschaftliche Stabilität. Sie sagt nichts darüber aus, ob ein bestimmter Kurs förderfähig ist. Dafür braucht die einzelne Weiterbildung eine eigene Zulassung mit eigener Nummer.

Ein Träger kann also zugelassen sein und trotzdem Kurse im Programm haben, die es nicht sind. Fragen Sie deshalb immer nach dem Zertifikat genau der Maßnahme, die Sie belegen möchten. Angebote lassen sich zusätzlich in der Weiterbildungssuche der Bundesagentur für Arbeit nachschlagen.

Habe ich einen Rechtsanspruch auf Förderung?In der Regel nicht. Die Förderung nach § 81 und § 82 SGB III ist eine Ermessensleistung — die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter entscheidet im Einzelfall.

Eine Ausnahme sieht das Gesetz für Menschen ohne Berufsabschluss vor, die einen anerkannten Abschluss nachholen. Für alle anderen gilt: Auch wenn sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind, besteht kein Anspruch auf Bewilligung.

Seriöse Anbieter sagen Ihnen deshalb keine Förderung zu. Was ein Träger liefern kann, sind die Nachweise und die Unterlagen für Ihren Antrag. Die Entscheidung liegt bei der Behörde.

Reichen mehr als 120 Stunden allein für eine Förderung?Nein. Der Stundenumfang ist eine von fünf Voraussetzungen in § 82 Absatz 1 SGB III, und auch alle fünf zusammen begründen keine Förderzusage.

Die Maßnahme muss insgesamt mehr als 120 Stunden umfassen, aber nicht am Stück. Als Stunden gelten Unterrichtseinheiten von 45 Minuten bei fachtheoretischem und fachpraktischem Unterricht, bei betrieblichen Lernphasen 60 Minuten.

Entscheidend ist, was eingerechnet werden darf: Asynchrone Anteile können Bestandteil einer Maßnahme sein, zählen aber nicht zu den Unterrichtsstunden und dürfen bei der Beschäftigtenqualifizierung nicht auf die Mindeststundenzahl angerechnet werden. Beim Vergleich von Angeboten lohnt deshalb die Frage nach dem Anteil an Live-Unterricht, nicht nur nach der Gesamtstundenzahl.

Sind alle Voraussetzungen erfüllt, entscheidet die Agentur für Arbeit im Einzelfall und prüft dabei auch Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Sind asynchrone Online-Anteile förderfähig?Sie dürfen Teil einer Maßnahme sein, zählen aber nicht zu den Unterrichtsstunden und nicht auf die geforderte Mindeststundenzahl.

Asynchron heißt: aufgezeichnete Inhalte, Selbstlernphasen, Lernplattform ohne feste Unterrichtszeit. Die Fachlichen Weisungen in der Fassung vom 1. Januar 2026 stellen dazu klar, dass solche Anteile zwar Bestandteil einer Maßnahme sein können, bei der Beschäftigtenqualifizierung aber nicht als Zähleinheit für die Mindeststundenzahl dienen dürfen.

Enthält eine Weiterbildung asynchrone Anteile, sind Angaben zu Lage, Verteilung und Stundenzahl nötig. Daraus bestimmt die Agentur für Arbeit die nicht erbringbare Arbeitsleistung, und die ist die Grundlage für den Zuschuss zum Arbeitsentgelt.

Unsere Maßnahmen finden live online statt, vier Zeitstunden am Tag zu festen Zeiten. Das ist kein Urteil über andere Formate, macht den Stundennachweis aber einfacher.

Was tun, wenn die Agentur für Arbeit den Wunschkurs nicht fördert?Zuerst den Grund erfragen — er entscheidet darüber, ob sich etwas ändern lässt oder nicht.

Eine Ablehnung hat meist einen von drei Gründen. Entweder ist die Maßnahme nicht zugelassen, dann hilft die Wahl einer zugelassenen Alternative. Oder eine persönliche Voraussetzung fehlt, etwa der Abstand zur letzten geförderten Weiterbildung — dann steht fest, ab wann es wieder geht. Oder die Agentur hält die Maßnahme für Ihr Ziel nicht für zweckmäßig; dann hilft ein besser begründeter Antrag mit Lehrplan und Berufsziel.

Gegen einen ablehnenden Bescheid steht der Widerspruch offen, die Frist steht im Bescheid. Unabhängig davon lohnt ein zweites Gespräch mit konkreteren Unterlagen oft mehr als ein Formblatt.

Erst wenn alle Förderwege geprüft sind, stellt sich die Frage nach Selbstzahlung. Die Tabelle oben stellt die Wege nebeneinander.

Wann ist ein selbst bezahlter Online-Kurs sinnvoll?Wenn die Zeit drängt, der Betrag überschaubar ist und Sie den Inhalt konkret brauchen — nicht als Ersatz für eine Maßnahme, die auch gefördert würde.

Drei Fragen helfen bei der Entscheidung. Erstens: Brauchen Sie ein formales Dokument oder eine Fähigkeit? Für einen anerkannten Abschluss führt kein Weg an einer geregelten Prüfung vorbei. Zweitens: Wie lange würde die Förderentscheidung dauern, und können Sie so lange warten? Drittens: Wie hoch ist der Betrag im Verhältnis zu dem, was sich dadurch ändert?

Gegen Selbstzahlung spricht, wenn Sie die Fördervoraussetzungen erfüllen und nur das Gespräch noch nicht geführt haben. Wer selbst zahlt, verbraucht damit keinen Anspruch — aber er verschenkt Geld, das er nicht hätte ausgeben müssen.

Für Beschäftigte

Fragen von Menschen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen und sich weiterbilden möchten.

Welche Voraussetzungen muss ich als Beschäftigte oder Beschäftigter erfüllen?§ 82 Absatz 1 SGB III nennt fünf Bedingungen: Die Weiterbildung geht über eine kurzfristige Anpassung am Arbeitsplatz hinaus, der Berufsabschluss liegt mindestens zwei Jahre zurück, in den letzten zwei Jahren gab es keine Förderung nach dieser Vorschrift, die Maßnahme dauert mehr als 120 Stunden, und Träger wie Maßnahme sind zugelassen.

Die 120-Stunden-Grenze ist der Punkt, an dem viele Angebote ausscheiden. Ein zweitägiges Seminar erfüllt sie nicht, unabhängig davon, wie gut es ist.

Die Zweijahresfrist bezieht sich auf eine vorherige Förderung nach derselben Vorschrift. Wer zuvor über einen Bildungsgutschein nach § 81 gefördert wurde, fällt nicht automatisch darunter — klären Sie das im Beratungsgespräch.

Kann ich mich weiterbilden, während ich arbeite?Ja. Die Förderung nach § 82 SGB III ist ausdrücklich für Menschen in einem Arbeitsverhältnis gedacht; eine Freistellung ist nicht Voraussetzung.

Wie Weiterbildung und Arbeitszeit zusammenpassen, vereinbaren Sie mit Ihrem Arbeitgeber. Das Gesetz sieht für Zeiten, in denen Sie wegen der Weiterbildung nicht arbeiten, einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt vor — dessen Höhe hängt von der Betriebsgröße ab.

Für berufsbegleitende Formate ist entscheidend, dass die Maßnahme so organisiert ist, dass sie neben dem Beruf zu schaffen ist. Bei uns findet der Unterricht in Teilzeit und vollständig online statt.

Wie oft kann ich eine geförderte Weiterbildung machen?§ 82 Absatz 1 SGB III setzt voraus, dass in den letzten zwei Jahren keine Förderung nach dieser Vorschrift erfolgt ist.

Eine absolute Obergrenze nennt das Gesetz nicht. Maßgeblich ist der Abstand zur letzten Förderung nach derselben Vorschrift sowie die Frage, ob die neue Weiterbildung arbeitsmarktlich sinnvoll ist.

Da sich die Regelungen im Einzelfall unterscheiden, klären Sie den konkreten Fall vor der Anmeldung mit Ihrer Ansprechperson bei der Agentur für Arbeit.

Wer entscheidet über meine Förderung?Die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter, nach einem Beratungsgespräch und vor Beginn der Maßnahme.

Die Reihenfolge ist wichtig: erst beraten lassen und den Antrag bewilligen lassen, dann anmelden. Wer eine Weiterbildung beginnt und die Förderung danach beantragt, hat den vorgesehenen Weg verlassen — eine nachträgliche Bewilligung ist nicht vorgesehen.

Im Beratungsgespräch wird ein Bildungsziel festgehalten. Die Inhalte der Maßnahme müssen dazu passen. Nehmen Sie deshalb den vollständigen Lehrplan mit ins Gespräch.

Für Arbeitgeber

Fragen von Betrieben, die Mitarbeitende qualifizieren wollen.

Wie viel übernimmt die Agentur für Arbeit bei den Lehrgangskosten?Das richtet sich nach der Betriebsgröße. § 82 Absatz 2 SGB III regelt, in welchem Umfang sich der Arbeitgeber an den Lehrgangskosten beteiligt: unter 50 Beschäftigten ist keine Beteiligung vorgesehen, bei 50 bis 500 Beschäftigten die Hälfte, ab 500 Beschäftigten drei Viertel.

Der Anteil der Agentur ergibt sich als Gegenstück dazu — bei kleinen Betrieben also bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten. Ausgezahlt wird nur, was tatsächlich bewilligt wurde; die Sätze sind Rahmen, keine Zusage.

Zusätzlich zu den Lehrgangskosten sieht § 82 Absatz 3 einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Zeit vor, in der die oder der Beschäftigte wegen der Weiterbildung ausfällt: bis zu 75 Prozent bei unter 50 Beschäftigten, bis zu 50 Prozent bei 50 bis 500, bis zu 25 Prozent ab 500.

Besteht eine Betriebsvereinbarung oder ein Tarifvertrag zur Weiterbildung, sinkt die Beteiligung des Arbeitgebers nach § 82 Absatz 4 um fünf Prozentpunkte, und der Zuschuss zum Arbeitsentgelt kann um fünf Prozentpunkte steigen.

Gilt etwas Besonderes für Beschäftigte ab 45 Jahren oder mit Schwerbehinderung?Ja. In Betrieben mit weniger als 500 Beschäftigten entfällt die Beteiligung des Arbeitgebers an den Lehrgangskosten, wenn die oder der Beschäftigte das 45. Lebensjahr vollendet hat oder schwerbehindert ist.

Für einen Betrieb mit beispielsweise 120 Beschäftigten bedeutet das einen erheblichen Unterschied: statt der hälftigen Beteiligung nach § 82 Absatz 2 kann die Förderung der Lehrgangskosten vollständig ausfallen.

Diese Regelung wird in der Praxis häufig übersehen. Sie steht in § 82 Absatz 2 SGB III und lohnt den Blick, bevor Sie eine Weiterbildung als zu teuer verwerfen.

Wann muss der Antrag gestellt werden?Vor Beginn der Maßnahme. Der Antrag läuft über den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit.

Das ist die einzige echte Frist in diesem Verfahren. Sie hat nichts mit begrenzten Fördertöpfen zu tun, sondern mit dem Verfahren selbst: Eine bereits begonnene Maßnahme kann nicht nachträglich gefördert werden.

Planen Sie zwischen Antrag und Kursbeginn Bearbeitungszeit ein. Den Erstkontakt stellen Sie über die kostenfreie Rufnummer des Arbeitgeberservice her.

Welche Unterlagen brauche ich als Arbeitgeber?Für die Antragstellung nach § 82 SGB III verwendet die Bundesagentur eigene Formulare; dazu kommen die Zulassungsnachweise des Trägers und die Angaben zur Maßnahme.

Üblicherweise gehören dazu der Antrag auf Zuschuss zum Arbeitsentgelt, eine Erklärung zu den weiterbildungsbedingten Ausfallzeiten, eine Trägerbescheinigung sowie ein Fragebogen für die teilnehmende Person. Die aktuellen Vordrucke stellt die Bundesagentur bereit; welche im Einzelfall nötig sind, sagt Ihnen der Arbeitgeberservice.

Vom Bildungsträger brauchen Sie die Maßnahmennummer, den Lehrplan mit Stundenumfang, die Kosten und die Zulassungsnachweise. Diese Angaben halten wir für jede unserer Fortbildungen bereit.

Was ist das Qualifizierungsgeld und wann kommt es infrage?Das Qualifizierungsgeld nach § 82a SGB III ist ein eigenes Instrument für Betriebe, in denen durch Strukturwandel ein größerer Qualifizierungsbedarf entsteht. Es ist nicht dasselbe wie die Förderung nach § 82.

Das Gesetz knüpft es an mehrere Bedingungen: Der Qualifizierungsbedarf muss strukturwandelbedingt sein, ein Mindestanteil der Belegschaft muss betroffen sein — in Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten ein geringerer Anteil als in größeren — und es braucht eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag. In sehr kleinen Betrieben genügt unter Umständen eine schriftliche Erklärung des Arbeitgebers.

Ob dieser Weg für Ihren Betrieb der richtige ist oder die Förderung nach § 82 SGB III besser passt, klären Sie am besten direkt mit dem Arbeitgeberservice.

Muss ich Beschäftigte für die Weiterbildung freistellen?Eine gesetzliche Pflicht zur Freistellung für eine Förderung nach § 82 SGB III gibt es nicht. Wie Weiterbildung und Arbeitszeit zusammenpassen, regeln Arbeitgeber und Beschäftigte miteinander.

Für Zeiten, in denen wegen der Weiterbildung nicht gearbeitet wird, sieht § 82 Absatz 3 SGB III einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt vor. Fällt keine Arbeitszeit aus, entfällt auch dieser Zuschuss — die Förderung der Lehrgangskosten bleibt davon unberührt.

Berufsbegleitende Formate in Teilzeit sind deshalb für viele Betriebe der praktikablere Weg, weil der Betrieb weiterläuft.

Wie wird die Betriebsgröße für die Förderung bestimmt?Gezählt werden alle Beschäftigten des Unternehmens, dem der Betrieb angehört — und wenn das Unternehmen zu einem Konzern gehört, die Beschäftigten des Konzerns.

Das überrascht viele Betriebe: Eine Niederlassung mit zwölf Beschäftigten fällt nicht automatisch in die Gruppe unter 50. Maßgeblich ist das Unternehmen, bei Konzernzugehörigkeit der Konzern. Die Einstufung bestimmt, wie hoch die Kostenbeteiligung des Arbeitgebers ausfällt und wie hoch ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt ausfallen kann.

Teilzeitbeschäftigte werden anteilig gezählt: bis zehn Wochenstunden mit 0,25, bis 20 Stunden mit 0,50, bis 30 Stunden mit 0,75.

Wer unsicher ist, klärt die Einstufung vor dem Antrag mit dem Arbeitgeberservice. Sie bestimmt die gesamte Rechnung.

Welche Unterlagen sollte ein Arbeitgeber vor dem Gespräch bereithalten?Lehrplan, Unterrichtsplan mit Lage und Verteilung der Stunden, Maßnahmenummer, Beschäftigtenzahl des Unternehmens und die Abschlusszeugnisse der Teilnehmenden.

Der Antrag wird vor Beginn der Maßnahme gestellt. Je vollständiger die Unterlagen sind, desto weniger Rückfragen entstehen. Die Tabelle weiter oben ordnet jeder Voraussetzung die passende Unterlage zu.

Besteht eine Betriebsvereinbarung oder ein betriebsbezogener Tarifvertrag zur beruflichen Weiterbildung, gehört er dazu: Er verringert die Kostenbeteiligung des Arbeitgebers um fünf Prozentpunkte, unabhängig von der Betriebsgröße.

Die Unterlagen zu unseren Maßnahmen — Lehrplan, Stundenverteilung, Zulassungsnummern — stellen wir zusammen. Die Entscheidung trifft danach die Agentur für Arbeit.

Was Sie jetzt tun können

Die Voraussetzungen kennen Sie jetzt. Für den konkreten Fall brauchen Sie drei Dinge: eine Maßnahme, die zu Ihrem Bildungsziel passt, die Zulassungsnachweise des Trägers und einen Termin bei der Agentur für Arbeit.

Förderhöhe überschlagen

Der Förderkalkulator rechnet die Sätze nach § 82 SGB III für Ihre Betriebsgröße durch.

Zum Förderkalkulator →

Zulassung prüfen

Träger- und Maßnahmezulassung mit Nummern und Nachweisen zum Download.

Zu den Nachweisen →

Passende Weiterbildung finden

Fünf zugelassene Fortbildungen mit Lehrplan, Stundenumfang und Maßnahmennummer.

Zu den Fortbildungen →

Den Erstkontakt für die Antragstellung stellen Arbeitgeber über den Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit her. Einen Überblick der Bundesagentur zur Weiterbildung Beschäftigter finden Sie unter Weiterbildung für Ihr Personal.